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Den Garten in Szene setzen

Künstler, Vereine, Musiker, Philosophen und Literaten wirken vor Ort mit, um den Liebfrauenberg mit Aktivitäten und Impulsen atmosphärisch aufzuladen.

Das Zusammenspiel von künstlerischen Eingriffen vor Ort und Aktionen nachhaltigen Wirkens lassen ihn zu einem gastfreundlichen Begegnungsraum werden. Alfred Vogel, Percussionist und u.a. Bezau Beatz Veranstalter, reagiert auf das am Ort vorhandene Klangspektrum mit subtilem Angebot zum Mitmachen, Siegrun Appelt bringt eine dezente Inszenierung mit „Langsamem Licht / Slow Light“ ein, "tat ort" Alexandra Berlinger / Wolfgang Fiel setzt räumliche Akzente bei St. Michael und in Linders Garten.

Zeitgleich werden die von David Reed gestalteten Fenster in der Basilika angebracht und tauchen den Raum in neue Lichtstimmungen.

 

Klanginstallationen: Alfred Vogel

Shut up!!! This is a Church!!!
Audio-Demontage eines Ortes der Stille

Percussionist, Komponist und Leiter der Bezau Beatz, Alfred Vogel, rückt die akustischen Situationen vor Ort, als auch die Stille und Spiritualität einzelner Abschnitte am Liebfrauenberg ins Zentrum seiner Klanginstallationen.

Zum einen erschließt sich dem aufmerksamen Hörer westwärts der Klang des Dorfes und des Rheintals. Rauschen, Wind, Motoren, konstantes Brummen der Autobahn hingegen breitet sich ostwärts Ruhe aus - jedes Tal hat seinen Sound. Besondere Hörsituationen finden sich auf der Außengalerie der Kirche, in den Gärten … am Kirchplatz.
SCHLIESST DIE AUGEN UND HÖRT! AM ANFANG WAR DAS WORT!!!!

Aufmerksame Besucher werden aber auch die Stille in der Kirche, in der Kapelle etc. als musikalischen Kontext wahrnehmen – auch die Stille ist Musik.

Alfred Vogel macht es sich zur Aufgabe, diese besonderen Eigenheiten, Klangräume und Klanglandschaften „hörbar“ zu machen. Seine Maßnahmen sensibilisieren für den Klang des Ortes und machen uns die akustische Wahrnehmung bewusst.

Die Audioinstallationen an den Standorten 2, 6, 4, 9, 7, 10, 8 wurden von Alfred Vogel umgesetzt.

Lichtinstallationen: Siegrun Appelt

Keine Inszenierung
Mehr Atmosphäre durch weniger Licht

Seit Jahren befasst sich Siegrun Appelt mit dem bewussten Einsatz von Licht. Im Rahmen ihres künstlerischen Forschungsprojekts „Langsames Licht / Slow Light“ geht es ihr nicht um die Inszenierung einer dekorativen Lichtkunst, sondern um das Bewusstmachen der facettenreichen Wirkungen und Wechselwirkungen von Licht.

In enger Zusammenarbeit mit Technikern und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen hinterfragt sie Sehgewohnheiten und Auswirkungen von Licht und ergründet die Möglichkeiten aktueller Technologien. So präsent das Medium künstliches Licht in unserem Alltag ist, so hoch ist auch der Forschungsbedarf, so groß ist das Manko an Wissen über die Möglichkeiten neuer Technologien.

Beispielsweise entwickelte Siegrun Appelt ein umfassendes Lichtprojekt in engem Austausch mit den Gemeinden und der Abteilung für Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich in der Wachau. In Rankweil nutzt sie den kleinen Handlungsraum für Minimalinterventionen wie der sorgfältigen Setzung des Lichts in Pfarrers Garten, der Herstellung von Blendfreiheit einiger wichtiger Lichtquellen, der Veränderung der Lichtfarbe am Zick-Zack-Weg und Kirchplatz. Die Künstlerin schafft so ein mehr an Atmosphäre mit wenig Mitteln und lässt damit das Verbesserungspotential am Liebfrauenberg erahnen.

Die Licht-Installationen an den Standorten 1, 2, 3, 5, 9, 11 wurden von Siegrun Appelt umgesetzt.

Räumliche Intervention: tat ort, Alexandra Berlinger / Wolfgang Fiel

Keep On Rockin’ In The Free World, N° 2
Zimmer mit Aussicht

Das Künstlerduo tat ort, Alexandra Berlinger / Wolfgang Fiel, agieren immer wieder im öffentlichen Raum, indem sie sich intensiv mit der Eigenheit und der Bedeutung eines Ortes auseinandersetzen. Dabei provozieren sie Wahrnehmungen, die das Alltägliche, das Gewohnte konterkarieren und in Frage stellen. Unter dem Titel „Keep On Rockin’ In The Free World, N° 2“ inszenieren sie am Liebfrauenberg eine Neuinterpretation einer Wiener Arbeit im öffentlichen Raum zum Thema „The Value of Life: Unser Leben stellen wir uns anders vor“.

An zwei markanten Orten am Berg – dem kleinen Garten an der Wegkreuzung bei St. Michael und im neu erworbenen Linder Garten – reagieren sie mit einem „Gehäuse“, einem Zimmer mit Aussicht, auf das Vorhandene, unterschiedlich groß und so platziert, dass eine räumliche Neudefinition entsteht.

Zum Einsatz kommt ein handelsübliches Element – das Aviarium oder die Voliere ist ein Freiflugraum – tat ort macht den Umkehrschluss: Die Vögel bewegen sich am Liebfrauenberg frei, sind draußen in der Natur, ihre Präsenz wird im Inneren der transparenten Räume jedoch verstärkt, Seh- und Hörsinn werden geschärft. Die Betrachterinnen und Betrachter sind ausgesetzt, entborgen und doch bestens geschützt an diesem Ort. Die kleinen, flimmernden Umhausungen schaffen einen Filter zwischen dem Selbst und der Welt und verbinden im gleichen Atemzug mit dem Geschehen der Umgebung und der Natur.

Die räumlichen Interventionen an den Standorten 1 und 3 wurden vom Künstlerduo tat ort, Alexandra Berlinger / Wolfgang Fiel, umgesetzt.

Pfarrers Garten

Pfarrers Garten
Ein Nutzgarten für alle

Spektakulär und zugleich etwas uneinsichtig formt der ehemalige Nutzgarten unterhalb des Pfarrhofes eine kleine Bastion. Seit Jahren wurde diese tiefergelegene Ebene, die sich südseitig an das Bruchsteinmauerwerk schmiegt und somit eine windgeschützte Sonnenterrasse bildet, nicht mehr genutzt. Basierend auf einem Konzept von lohrer.hochrein, Landschaftsarchitekten aus München, wurde dieses vergessene Kleinod wieder aktiviert.

Zentrale Idee ist die Verschränkung eines Nutzgartens mit der strengen Gestalt barocker Formen. Kleingehaltene Birnen- und Apfelspaliere strukturieren die stahlumfassten Pflanzbeete und halten den Blick frei auf das umliegende Panorama. Dazwischen wachsen Gemüsesorten, Blumen, Kräuter und erzeugen so einen duftenden, floralen Teppich.

Die Renovierung des „Pfarrers Garten“ am Liebfrauenberg ist eine Maßnahme aus der Strategie „Mitten im Garten Vorarlbergs“, welche sich zum Ziel gesetzt hat, öffentliche Freiräume in Rankweil zu aktivieren.

Auftraggeber: Marktgemeinde Rankweil
Planung und Gestaltung: lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh Lichtkonzept „Langsames Licht / Slow Light “: Künstlerin Siegrun Appelt Bauaufsicht/Umsetzung: Hansjörg Häußle, Planungsbüro für Gartengestaltung und Objektbegrünung